IMGROLD238Hatte es in Malaysia noch als Sensation gegolten, dass ein Renault-Fahrer den ersten Startplatz holt, so hat man sich mittlerweile an hervorragende Ergebnisse der Blau-Gelben gewöhnt. Fernando Alonso war gestern noch als Sechster aus dem ersten Qualifying herausgegangen, doch schaffte er heute in einem Husarenstück eine Zeit von 1.21,688 Minuten und damit den besten Startplatz für das morgige Rennen in Ungarn. Sein Teamkollege Jarno Trulli vollbrachte leider den umgedrehten Sprung, er war gestern noch Erster im ersten Qualifying und muss morgen vom sechsten Startplatz aus ins Rennen gehen. Sein Rückstand auf die Pole-Position immerhin bereits 0,922 Sekunden.
Den zweiten Startplatz morgen wird BMW-Williams-Pilot Ralf Schumacher besetzen, der Wahl-Salzburger holte augenscheinlich alles aus seinem Auto, doch gegen Alonso schien heute kein Kraut gewachsen, nicht einmal die Tageshöchstgeschwindigkeit von 298,7 km/h. Direkt hinter Ralf wird sein Teamkollege Juan-Pablo Montoya auf Vier stehen, was bedeutet, dass beide BMW-Williams morgen von der rechten, der schmutzigen Seite der Strecke starten müssen. Man darf annehmen, dass man in der ersten Kurve hinter Fernando Alonso und eventuell auf Mark Webber sein wird.
Dritter der wieder einmal blendend fahrende Australier Mark Webber auf Jaguar-Cosworth, nur 0,339 Sekunden hinter der Pole-Position. Wenn der Australier morgen gut vom Start wegkommt, dann sollte einiges möglich sein, sogar ein Podiumsplatz – wobei dorthin noch ein langer Weg ist. Teamkollege Justin Wilson mit doch bereits 1,972 Sekunden Rückstand auf die Pole-Position wird morgen als 12. ins Rennen gehen, wobei diese Platzierung wohl dem wahren Niveau des Jaguar-Cosworth entsprechen dürfte.
Ungewohnt weit hintern die Ferraris und vielleicht noch ungewohnter der klare Sieg von Rubens Barrichello über den fünffachen Weltmeister Michael Schumacher. Der Brasilianer schaffte die wichtigste Runde des ganzen Wochenendes in 1:22,180 Sekunden und fuhr damit ganz genau die selbe Rundenzeit wie der Kolumbianer Montoya. Dennoch wird Rubinho morgen vom fünften Platz ins Rennen gehen, da er die Zeit später fuhr wie der BMW-Williams-Pilot. Diese vermeintliche Ungerechtigkeit könnte jedoch morgen ein Riesenvorteil sein, denn Barrichello start morgen von der linken, der deutlich saubereren Streckenhälfte. Michael Schumacher – bitte liebe Leser, halten Sie sich jetzt fest – wird morgen nur vom achten Startplatz aus den Grand Prix von Ungarn angehen. Abgesehen von einem Verbremser schien die Runde des Kerpeners durchaus in Ordnung zu sein, so dass für das morgige Rennen einige Zweifel angebracht sind. Dieser achte Startplatz ist übrigens der schlechteste Startplatz für Schumi seit dem 2. August 1998, also seit mehr als fünf (!) Jahren. Damals stand Michael Schumacher in Hockenheim auf dem neunten Startplatz und wurde im Rennen gerade mal Fünfter. Kein gutes Omen für morgen.
Noch schlimmer erwischt hat es McLaren-Mercedes, denn Kimi Raikkönen stellte sein Auto in 1:22,742 Minuten auf Sieben und konnte in der heimischen Box damit keine Freudenstürme entfachen. Aber auch der für 2004 bestätigte David Coulthard brachte keine Wundertaten zuwege. Der Schotte kam mit einem viel zu hohen Rückstand von 1,372 Sekunden über die Ziellinie und wurde vom Computer nur auf dem mageren neunten Platz gewertet.
Schwächer als erwartet auch die Toyotas. Olivier Panis konnte in 1:23,369 Minuten und Rang 10 die Enttäuschung zwar noch einigermaßen in Grenzen halten, doch sein Teamkollege Cristiano da Matta kam mit dem staubigen Kurs in der ungarischen Steppe einfach zurecht. Dreher im ersten Qualifying gestern, Dreher im freien Training heute und im entscheidenden Qualifying heute eine Zeit von 1:23,982 Minuten und nur Rang 15.
Bei Sauber-Petronas gab es eine kleine Überraschung, denn Nick Heidfeld hatte seinen Teamkollegen Heinz-Harald Frentzen klar im Griff. Heidfeld wird morgen am 11. Startplatz stehen, Frentzen nur auf dem 17. In einem Blitzinterview unmittelbar nach seiner Runde ließ HHF allerdings durchblicken, dass er eine andere Strategie gewählt hätte. Eventuell wird als Frentzen nur einmal stoppen und hatte dadurch heute ein entsprechend schweres Auto zu bewegen.

Zoom Wieder einmal im hinteren Mittelfeld unterwegs waren die Jordan-Cosworth. Giancarlo Fisichella konnte sich Platz 13 sichern und Teamkollege Ralph Firman musste nach seinem schweren Unfall heute Vormittag das Steuer dem Lokalmatador Zsolt Baumgartner (Foto) überlassen. Baumgartner – der morgen als erster Ungar einen Formel-1-Grand-Prix bestreiten wird, schlug sich achtbar und belegte immerhin den 19. Startplatz.
Bei BAR-Honda dürfte man ziemlich enttäuscht sein, denn die Plätze 14 für Jenson Button und 16 Jacques Villeneuve könnten morgen im Kampf um Platz fünf in der Konstrukteurs-WM ein herber Rückschlag sein – da sind die allerdings ebenfalls enttäuschten Toyotas doch zumindest mit einem Auto deutlich besser dran.
Ganz am Ende das Lieblingsteam des Autors, nämlich Minardi-Cosworth. Ein kleines Erfolgserlebnis gibt es zu vermelden, denn Jos Verstappen konnte Rookie Zsolt Baumgartner niederringen und den 18. Startplatz holen. Nicolas Kiesa belegte den 20. und letzten Startplatz. Der Autor gibt sich allerdings zuversichtlich und hofft auf eine Menge technische Defekte im Rennen und einen Doppelsieg seines Teams...
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+ 23.08.2003 FH

