
ZoomNachdem bei der Wobspeed Virtual Masters in Watkins Glen der schnelle BMW Z4 GT3 gefahren wurde, stand für den vierten Lauf wieder der kleine Mazda MX5 auf dem Plan. Mit Blick auf die Strecke, nämlich Mount Panorama in Australien, gab es schon in den Tagen davor einige fragende Gesichter. Denn mit dem schwach motorisierten Japaner den Berg in Bathurst zu erklimmen stellte sich kaum jemand als spaßige Angelegenheit vor. Dass es am Ende doch zu spannenden Rennen kam erfahrt ihr im ausführlichen Bericht.
Der Kampf um die schnellste Zeit fand erneut zwischen dem Meisterschaftsführenden Daniel Türk und Daniel Ziegler statt. Ziegler entschied das Duell für sich und schnappte sich die Pole Position vor Türk, gefolgt vom stark auftretenden Michael Engel. Robert Gerke demonstrierte, dass mit ihm durchaus zu rechnen ist und kam auf Startplatz vier. Hinter ihm reihten sich Engels Teamkollege Bernd Oswald und Marc Fätkenheuer ein. Nils Sentkowski, der in dieser Saison bisher engste Verfolger von Türk, fand die letzten nötigen Zehntel nicht und startete von Position sieben vor seinem Bruder und Teamkollegen Jan Sentkowski. Die Top 10 wurden schließlich von Tobias Soltau und Roland Preston komplettiert.
Problemloser Start, Blechschäden und Spannung am Ende

Zoom Der Start verlief sehr gesittet. Fätkenheuer verlor das Beschleunigungsduell gegen Nils Sentkowski und musste diesem nach der ersten Kurve bereits Position sechs überlassen. Dahinter kam es zum obligatorischen Stau der aber keine Berührungen zur Folge hatte. Dafür war die Ausgangslage für die Mountain Straight äußerst interessant, denn nicht jeder kam optimal aus der ersten Kurve heraus. Türk versuchte aus dem Windschatten direkt den ersten Angriff gegen Ziegler, steckte aber dann doch zurück. Jan Sentkowski musste sich gegen einen frühen Angriff von Soltau erwehren in den auch Preston, allerdings vergeblich, versuchte einzugreifen.
Kaum hatten sich die Fahrer für den kurvigen Abschnitt der Strecke einsortiert, kam es auch schon zur ersten Kollision zwischen Gerke und Engel. Bei der Einfahrt in die Esses bremste Gerke etwas zu halbherzig und traf Engel am Heck. Dieser konnte den Wagen nur mit viel Glück vor einem Dreher bewahren und lag anschließend auf Position sieben. Kurz darauf verlor Soltau an identischer Stelle die Kontrolle über seinen MX5 und landete unsanft in der Mauer. Soltau brach das Rennen daraufhin frustriert ab.
Dadurch waren Ziegler und Türk nach einer Runde bereits über alle Berge, im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur zwischen diesen beiden entbrannte von nun an ein Windschattenduell, auch dahinter sorgte das Taktieren mit dem Luftwiderstand für spannende Szenen. Nils Sentkowski arbeitete sich zusehends an Gerke heran und übernahm nach kurzer Zeit die dritte Position. Am Ende der dritten Runde gelang Türk der Überholversuch gegen Ziegler, doch nur gut eine Runde später schlug Ziegler zurück und ging wieder in Führung.

Zoom Pech hatte Oswald der nach einem Fehler von Gerke auf Platz vier nach vorne kam als zur Rennhälfte seine Internetverbindung kurzerhand streikte und ihn unvermittelt aus dem Rennen nahm. Die Windschattenkämpfe gingen derweil weiter ohne dass jemand wirklich Plätze gewinnen konnte. Der an diesem Abend offenbar recht nervöse Gerke stieß kurz darauf mit Fätkenheuer zusammen und drehte diesen um was ihn um die vierte Position brachte. Auch Gerke geriet ins Hadern und Engel erbte unerwartet seine angestammte vierte Position.
Das immerwährende Duell zwischen Türk und Ziegler bremste beide derart ein, dass Nils Sentkowski auf Position drei gegen Rennende noch gefährlich nah kam. Zum Positionstausch kam es aber nicht mehr und somit gewann Türk den ersten Durchgang knapp vor Ziegler und Sentkowski. Mit einigem Abstand trudelten dann Engel, Jan Sentkowski, Preston und Fätkenheuer ein. Ferrera konnte sich auf Platz acht vor Krähling behaupten, vervollständigt wurde die Top 10 durch Sven Ullmann.
Viel los im zweiten Rennen auf dem Mount Panorama-Kurs
Zum zweiten Rennen konnte sich vor allem der in dieser Saison bis dato arg gebeutelte Claudio Ferrera auf einen Startplatz von Position drei freuen. Ullmann startete neben Krähling aus der ersten Startreihe. Nach Watkins Glen keine unbekannte Situation für ihn. Dann das Drama für Preston. Beim Wechsel in die Startaufstellung versagte der PC seinen Dienst und Rennen zwei war für den Schweizer noch vor dem Start gelaufen. Auch Marc Bröker steckte in Schwierigkeiten und musste das Rennen aus der Box antreten.

Zoom Der Start verlief vor allem für Ferrera dann aber denkbar ungünstig als ihn die falsche Linie durch die erste Kurve sämtlichen Schwung kostete und er direkt von Fätkenheuer und Jan Sentkowski überholt wurde. Nach einem Verbremser kurz darauf, bei dem er Krähling in die Wiese drängte, rückte die Chance auf ein gutes Ergebnis endgültig in weite Ferne. Bereits in der zweiten Runde kam es zu einer folgenschweren Berührung zwischen Fätkenheuer und Jan Sentkowski. Fätkenheuer setzte vor The Chase zum Überholmanöver gegen Ullmann an, Sentkowski hängte sich direkt hinten dran. Ullmann hielt sich zurück, Sentkowski sah dagegen seine Chance noch neben Fätkenheuer zu ziehen. Dieser wiederum schien den PFS Performance Piloten neben sich nicht bemerkt zu haben und drängte ihn direkt vor dem Anbremspunkt nach links leicht neben die Strecke. Sentkowski versuchte auf der Wiese so gut es ging zu bremsen während Fätkenheuer weiter nach links zog und vom machtlosen Sentkowski gedreht wurde.
Ullmann ließ geistesgegenwärtig die Tür offen und wählte eine weite Linie durchs Gras, um eine Kollision zu verhindern. Sentkowski rutschte dann auch durch die Kurve und folgte Ullman ins Grün. Auf dem Rückweg zur Strecke übersah Ullmann allerdings den Wagen von Sentkowski neben sich, zwang ihn zu einem Ausweichmanöver bei dem er ausgerechnet vor seinen Bruder Nils Sentkowski kam der darauf in die Wand befördert wurde.

Zoom Dieser Tumult brachte Engel unerwartet in Führung. Ziegler war bereits auf Position zwei dahinter gefolgt von Türk und, zu einiger Überraschung, Jochen Fredrich. Hinter ihm sammelte sich ein Paket bestehend aus Ullmann, Krähling, Ferrera und Soltau die von nun an versuchten im Windschatten Positionen zu ergattern. Mit etwas Abstand duellierten sich die zwei Streithähne Jan Sentkowski und Fätkenheuer gefolgt von Oswald. Ferrera schien kurz darauf technische Probleme zu haben, da er plötzlich spürbar langsamer wurde und aus der Gruppe fiel, dann aber wieder zurück ins Rennen fand.
In der achten Runde gesellte sich dann Gerke, der eine Durchfahrtsstrafe zu absolvieren hatte, dazu und konnte sich auch rasch nach vorne arbeiten. Jan Sentkowski hatte sich trotz Schäden auf Position sieben liegend etwas absetzen können. Engel lag nach wie vor in Führung. Hinter ihm lauerte Ziegler, Türk folgte in gebührendem Abstand. Fredrich verlor seine bis dahin gut gehaltene vierte Position an Fätkenheuer und Soltau. Wenig später zerschlugen sich dann alle Hoffnungen auf eine gute Position als er, wie so viele, Eingangs der Esses in die Wand krachte und den Wagen mit Motorschaden abschleppen lassen musste.
Kurz nach Rennhälfte suchte Ziegler als Erster die Box auf. Der Rest des Feldes tat es ihm in den folgenden Runden gleich. Türk stand kürzer als Ziegler und übernahm dadurch Position zwei, blieb aber knapp hinter Engel zurück. Dieser verlangte seinen Reifen etwas zu viel ab und so konnte Türk wenige Runden später die Führung übernehmen. Während sich das Feld weitestgehend zerstückelt hatte, kämpften Gerke und Jan Sentkowski vehement um die siebte Position. Doch das Duell kam zu einem abrupten Ende als Gerke in Kurve zwei zu weit nach außen kam, von der Wand abprallte, und Sentkowskis Wagen traf. Sentkowski legte den Wagen anschließend noch aufs Dach und musste abtransportiert werden. Gerkes Mazda war nicht mehr im Stande geradeaus zu fahren und so blieb auch ihm nur der Ruf nach dem Abschleppwagen. Das brachte überraschenderweise Hückstädt, der bis dahin eher unauffällig im Feld mitfuhr, auf die sechste Position.

Zoom Die letzte Runde hatte es dann noch einmal so richtig in sich. Krähling, sichtlich angeschlagen, lief auf den ebenfalls ramponierten Ferrera auf. Von hinten drängte Nils Sentkowski der in der letzten Kurve seine Chance sah, allerdings von Krähling beherzt auf die Wiese verwiesen wurde. An der Spitze gab es keine Veränderungen mehr und somit feierte Daniel Türk seinen nun schon dritten Doppelsieg in Folge vor Michael Engel und Daniel Ziegler. Nach einer starken Aufholjagd vom letzten Startplatz aus konnte Tobias Soltau die vierte Position herausfahren. Ihm folgten Marc Fätkenheuer und Franz Hückstädt. Ferrera rettete Platz sieben vor Krähling und Nils Sentkowski. Dessen Vater, Andi Sentkowski, schaffte es mit ruhiger Fahrweise auf den respektablen zehnten Platz.
Nach nun vier von neun Rennen steht Daniel Türk in der Tabelle mit bereits über 100 Punkten Vorsprung klar an der Spitze vor Nils Sentkowski und hat das Zepter in der Hand. Hinter Sentkowski bleibt es allerdings äußerst eng was auf einen weiterhin spannenden Saisonverlauf hoffen lässt.
Ausblick auf den nächsten Lauf in Montreal
Nachdem bei den meisten Fahrern doch eine Menge Verdruss über den langsamen MX5 zu vernehmen war können sie sich jetzt auf den nächsten Lauf auf dem Circuit Gilles Villeneuve in Montreal freuen denn am 26. Oktober wird wieder der Star Mazda aus der Garage geholt. Bereits in Suzuka erfolgreich im Einsatz gewesen, wird es spannend ob es auch in Kanada wieder eng zugehen wird. Die Erwartungen an den Fahrspaß sind bei den Fahrern jedenfalls hoch.
-
+ 24.10.2015 SG
News zum Thema
- iRacing: Mehr Spielinhalte im Basispaket,Termin für Nürburgring-Nordschleife (22.10.15)
- Wobspeed Virtual Masters: Chaos in Watkins Glen (08.10.15)
- Wobspeed Virtual Masters: Die richtige Formel in Suzuka (27.09.15)
- iRacing: Audi R8 LMS (2016) bereichert die Rennsimulation (17.09.15)
- iRacing: Aktualisierung auf das 2015 Season 4 Build erfolgt (09.09.15)




