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Spieletest: Ducati World Championship – Wird das Spiel der Kultmarke gerecht?

Zum 100-jährigen Firmenjubiläum beschenkt sich die italienische Motorrad-Ikone selbst und zwar mit ihrem eigenen Spiel. Ob das seit Anfang September erhältliche Ducati World Championship die Qualität der Ducati-Motorräder widerspiegelt, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Spieletest: Ducati World Championship – Wird das Spiel der Kultmarke gerecht?Alles begann im Jahre 1906. Seinerzeit verdiente die Familie Ducati ihr Geld noch mit dem Bau von Radiogeräten. Nachdem die Produktion während des zweiten Weltkrieges kurzerhand auf Rüstungsgüter umgestellt wurde, widmeten sich die italienischen Ingenieure unmittelbar danach der Entwicklung anderer stimmgewaltiger Maschinen: den bis heute in aller Welt beliebten, bekannten und geschätzten Motorrädern.

Bereits 2001 konnten die Ducatisti ihre Lieblingsmaschinen in einem Videospiel austesten. Das Spiel mit dem Titel Ducati World Racing erschien für PC, PSOne und Sega Dreamcast, Gott hab sie selig. Dieses Game wurde jedoch von der inzwischen ebenfalls nicht mehr unter uns weilenden Spieleschmiede Acclaim entwickelt und vertrieben. Das aktuelle Ducati World Championship erscheint unter der Flagge von DTP. Für die Umsetzung zeichnet das italienische Studio Artematica Entertainment verantwortlich, welches bisher keine Erfahrung im Rennspielsektor hat aber inzwischen schon an seinem zweiten Adventure und einem Fußballspiel arbeitet.

Unbekanntes Terrain

Stellt sich also die Frage, ob die Entwickler sich auch auf der Rennpiste genauso wohl fühlen, wie in den anderen Genres. Zumindest mangelt es den Köpfen hinter Ducati World Championship nicht an Kreativität. Aufbauend auf einem gewöhnlichen Karriere-Modus hat sich Artematica offensichtlich darum bemüht, den Mythos der Marke einzufangen und dem Titel einen eigenen Charakter zu verleihen. Zudem wird die Ducati-Lizenz mit mehr als 70 historischen und aktuellen digitalisierten Vehikeln lobenswert gut ausgenutzt.

Während man sich im Karriere-Modus nach und nach durch einen non-linearen Rennkalender kämpft, erspielt man mit Siegen immer mehr neue Rennen und natürlich Motorräder, wie zum Beispiel die Ducati Monster in der klassischen Kategorie. Zudem gibt es noch die drei weiteren Klassen Sport, Superbike und Rennen, in denen sich unter anderem das aktuelle Topmodell des Hauses, die 999 und ihr Racing Ableger 999F05, sowie die MotoGP-Maschine Desmo16 finden.

Die Siegerstraße

Spieletest: Ducati World Championship – Wird das Spiel der Kultmarke gerecht? Der Weg zum Erfolg führt dabei nicht ausschließlich über normale Rennen. Um seine Karriere voran zu bringen, muss man auch von Zeit zu Zeit sein Können in der Fahrschule beweisen, denn nur so erhält man Zutritt zu den höheren Rennklassen. An der Seite des Karriere-Modus steht mit der so genannten Capirex-Challenge noch ein zweiter zentraler Spielmodus. Ähnlich wie in den Fahrschulmissionen, muss man hier bestimmte Vorgaben erreichen, wie zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Wheelies innerhalb eines Zeitfensters zu zeigen. Die Auftrageber, wenn man so will, sind in diesem Fall die Fahrer des Ducati Corse-Teams, welches das offizielle MotoGP-Werksteam Ducatis ist. Ihr müsst euch sozusagen erst den Respekt von Loris Capirossi und Co. erarbeiten, bevor euch die Profis höchstpersönlich zum ultimativen Duell bitten.

No-Name-Strecken

Im Gegensatz zur teuren Ducati-Lizenz auf Fahrzeugseite haben die Entwickler bei den Strecken auf echte Kurse verzichtet. Die im Spiel enthaltenen Circuits orientieren sich rein optisch aber spürbar an realen Vorbildern. So nimmt der Australien-Rundkurs offensichtliche Anleihen am Grand Prix-Kurs von Philip Island und auch um die Ähnlichkeiten der Tunesien-Strecke zum Bahrain International Circuit zu erkennen muss man kein Hellseher sein. Solch plumpe Kopie an sich ist zwar etwas dreist, wäre aber halb so schlimm, wenn die Strecken wenigstens auch soviel Fahrspaß wie die Originale aufkommen lassen würden.

Spieletest: Ducati World Championship – Wird das Spiel der Kultmarke gerecht? Und genau da liegt der Hund begraben. Die Streckenlayouts erinnern eher an Carrera-Bahnen und fahren sich auch so ähnlich. Ein übernatürlich großer Vollgasanteil, meist sehr lang gezogene offene Kurven, kaum Höhenunterschiede und null Bodenwellen kennzeichnen die Rennpisten im Allgemeinen. Im Prinzip fehlt eigentlich alles, was eine Rennstrecke einzigartig und anspruchsvoll macht, bis auf ein paar wenige Spitzkehren.

Motorrad fahren wie mit Stützrädern

Die Überschrift verheißt nichts Gutes und so kommt es dann auch, wenn man auf dem Rücken der virtuellen Maschinen Platz nimmt. Positiv ausgedrückt könnte man sagen, dass das Fahrverhalten von Ducati World Championship einsteigerfreundlich ist. Doch das wäre eine glatte Untertreibung – narrensicher trifft es wohl eher. Hat man einmal den richtigen Lenkeinschlag gefunden, können tatsächlich fast alle Kurven mit Vollgas durchfahren werden.

Spieletest: Ducati World Championship – Wird das Spiel der Kultmarke gerecht? Apropos den richtigen Lenkwinkel finden: Bedauerlicher und unerklärlicher Weise konnten wir unser Testmuster nicht dazu überreden mit einem handelsüblichen Wingman Rumble Pad von Logitech zusammen zu arbeiten, sodass alle Aussagen, die hier zur Steuerung getätigt werden immer unter dem Vorbehalt der Bedienung per Tastatur zu genießen sind. Mit der lenkt es sich naturgemäß etwas hakelig und abgehackt.

Kein Lackaustausch

Aber selbst wenn man deswegen des Öfteren einen Abstecher in Richtung Kiesbett macht, wirft einen das nicht wie erwartet aus der Bahn. Die Wiesen am Streckenrand bremsen uns zwar ein aber selbst mit Vollgas und in totaler Schräglage ziehen die Ducatis weiterhin unbeirrt ihre Bahnen. Ob das an der Qualität der Ducati-Fahrwerke liegt ist zu bezweifeln. Will heißen: Das Kurvenverhalten der Bikes im Spiel ist schon arg optimistisch, um nicht zu sagen unrealistisch. Die weitaus größere Gefahr geht also nicht von den Strecken aus und auch nicht vom nicht besonders tiefgängigen Schadensmodell. Dieses unterscheidet prinzipiell nur zwei Zustände – fabrikneu oder kaputt. Letzterer deutet sich optisch durch vermehrte Flammen und Rauchentwicklung aus dem Motoren- und Auspuffbereich an.

Spieletest: Ducati World Championship – Wird das Spiel der Kultmarke gerecht? Was Ducati World Championship teilweise wirklich knifflig macht sind die Gegner, jedoch nicht weil diese so clever auf der Piste fahren. Es ist eher die Kollisionsabfrage des Spiels, welche bisweilen für nervige Frustmomente sorgt. Selbst wenn sich zwischen zwei Bikes eigentlich noch ausreichend Luft befindet, erkennt das Spiel eine Berührung und spielt daraufhin eine Rüttel-Animation ab. Das Ganze sieht dann in etwa so aus wie zwei Magnete, die sich ohne Kontakt voneinander abstoßen. Nicht selten landet man so völlig zu Unrecht auf dem Hosenboden und verliert Zeit.

Medizinische Abteilung

Wer zuviel Zeit damit verbringt sich unfreiwillig in Sand und Gras zu wälzen wird erstens wahrscheinlich kein Rennen gewinnen und zweitens seinem Fahrer Schmerzen zufügen. Denn bei jedem Crash büßt man Lebensenergie ein. Nach jedem Rennen wird man vom MotoGP-Rennarzt Dr. Costa auf Herz und Nieren geprüft und, sofern man es wünscht, geheilt. Der Einfluss der körperlichen Unversehrtheit eures Piloten auf die Fahrweise blieb während des gesamten Tests jedoch im Verborgenen und sollte die Fitness-Anzeige einmal auf Null fallen, könnt ihr trotzdem weiter fahren.

Artematica hat es sich nicht nehmen lassen dem Spiel die Arcade-typische Boost-Funktion zu verpassen. Ähnlich wie in vielen anderen Spielen, sammelt man in Ducati World Championship Bonuspunkte in Form von so genanntem Adrenalin und zwar durch fehlerfreies Fahren. Wer ins Grün ausweicht bekommt entsprechende Abzüge. Setzt man gesammeltes Adrenalin frei, verraten mickrige Flammen aus den Endrohren seine Anwendung und der sich für den Bruchteil einer Sekunde verfärbende Bildschirm soll den Schub demonstrieren.

Gute Gene oder doch nicht?

Spieletest: Ducati World Championship – Wird das Spiel der Kultmarke gerecht? Die Entwickler von Ducati World Championship setzen auf Bewährtes und griffen deswegen zur etablierten Renderware-Engine, welche bereits in sämtlichen neuzeitlichen GTA-Titeln ihre Stärken bewiesen und unter der Federführung von Entwickler Criterion in der Burnout-Reihe regelmäßig ein Feuerwerk an Spezialeffekten abgebrannt hat. Also beste Vorraussetzungen, könnte man meinen – doch weit gefehlt. Zunächst einmal muss angemerkt werden, dass viele der einstigen Vorzeige-Renderware-Spiele im direkten Vergleich zu den inzwischen aktuellen Next-Gen-Grafiken doch sichtbar blass aussehen. Insofern sollte man nicht zuviel von der Engine erwarten, doch wird genauso deutlich, dass Ducati World Championship die vorhandenen Möglichkeiten keinesfalls ausnutzt.

Im Allgemeinen hat der Titel einen relativ verwaschenen, unscharf wirkenden Look. Das trägt zwar auf der einen Seite zu einem guten Geschwindigkeitsgefühl bei, auf der anderen Seite bieten die Texturen wegen ihrer matschigen und grobkörnigen Optik nicht gerade einen Augenschmaus. Auch die Polygonraten sind nur durchschnittlich, sodass die Bikes und Fahrer doch die ein oder andere Ecke und Kante haben. Insgesamt hat das Spiel einen gewissen Playmobil-Look. Da können auch die recht schmucken Schatten und die halbwegs schönen Reflektionen auf nasser Piste nicht viel reißen. Ducati World Championship ist höchstens grafisches Mittelmaß.

Rock On

Auf den ersten Klang wirkt der Sound da schon überzeugender, denn immerhin tönen einem in den Menüs und während der Rennen nette Rockstücke der italienischen Band Lacuna Coil entgegen. Ergänzend sei erwähnt, dass die Gruppe Musik der Spielart Gothic Metal macht, was wiederum nicht jedem potenziellen Spieler entgegenkommen dürfte aber zum Geschehen im Spiel ganz gut passt. Etwas mehr Abwechslung wäre aber dennoch wünschenswert gewesen.

Spätestens aber wenn man die Motorensounds hört freundet man sich mit der Musik an, denn die Sounds sind ehrlich gesagt etwas zum Abgewöhnen. Das typische V2-Gebrabbel kommt nur minimal rüber und die Motorengeräusche klingen einfach viel zu unsauber. Auch die Supersport-Maschinen wissen nicht recht zu begeistern, denn auch in höchsten Drehzahlbereichen vermisst man einfach aggressives Geschrei aus den Endtöpfen. Der Sound dümpelt so gemütlich vor sich hin, sodass der Begeisterungsfunke einfach nicht überspringen will. Immerhin machen sich die Zuschauertribünen noch ab und an akustisch bemerkbar.

Das fehlt noch

Nicht unterschlagen wollen wir den Mehrspieler-Modus von Ducati World Championship. Der beschränkt sich zwar auch auf die Möglichkeit über einen geteilten Bildschirm zu spielen und wartet weder mit Netzwerk- noch Online-Modus auf, beinhaltet dafür aber die spaßige, für Rennspiele nicht gerade alltägliche Deathmatch-Option und normale Rennen.

Als ein echtes Negativerlebnis während des Tests erwies sich hingegen die Navigation, was weniger an der Menüstruktur sondern vielmehr an der voreingestellten und unveränderbaren Tastatursteuerung ohne Maus-Unterstützung lag. Zudem nervten einige Einblendungen, weil sie während des Rennens fast den halben Bildschirm einnahmen und so die Sicht behinderten.

Fazit:

Um ganz ehrlich zu sein, Ducati hat sich mit diesem Spiel nicht gerade einen großen Gefallen getan. Zu durchschnittlich und stellenweise auch deutlich weniger als das ist Ducati World Championship geworden. Im Prinzip erwartet den Spieler ein simples Arcade-Rennspiel mit Original-Ducati-Bikes und mittelmäßiger Technik. Die Zielgruppe sind dann auch ganz eindeutig Ducati-Anhänger und Motorradspieleeinsteiger die eine große Auswahl an Maschinen einem realistischen Fahrverhalten vorziehen. In der Tat ist es vor allem aber die Technik die dem Spiel zu schaffen macht, denn allzu viele innovative Gameplay-Ideen die dagegen stehen hält der Titel leider nicht bereit.

Die Vorstellung gegen die Ducati MotoGP antreten zu können ist zwar eine nette Motivation, doch die anderen kreativen Ergüsse der Entwickler greifen leider nicht. Das Adrenalin-/Boost-System ist in ziemlich ähnlicher Form heutzutage in fast jedem Spiel zu finden und der Sinn, Zweck und Effekt des Fitness-Systems bleibt, zumindest im Einzelspieler-Modus, nach wie vor schleierhaft. Schade, dass weder Grafik - eine Ausnahme bilden die hübsch anzuschauenden Videosequenzen -, Sound noch Fahrverhalten genug Qualität haben um den Spieler dauerhaft bei der Stange halten zu können. Vor allem die physikalischen Möglichkeiten der Renderware-Engine wurden gnadenlos verschenkt.

So besteht die einzige Motivation Ducati World Championship zu spielen darin, alle Motorräder freizuspielen, zumindest virtuell einmal gegen Loris Capirossi & Co. antreten zu können und die eine oder andere unterhaltsame Mehrspieler-Partie zu erleben. Das wird echten Ducatisti und Eisteigern vielleicht genügen, anspruchsvollere Zweirad-Fans finden auf dem Markt aber Alternativen die Ducati World Championship in allen Bereichen überlegen sind. Immerhin ist das Spiel zum durchaus fairen Preis von knapp 30 Euro erhältlich und bietet dafür einen guten inhaltlichen Umfang.



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