IMGROLD221Am 14. September beim Großen Preis von Italien in Monza geht das BMW-Williams-F1-Team nach exakt 17 Monaten erstmals wieder als Führender der FIA Formel-1- Weltmeisterschaft der Konstrukteure an den Start. In dieser Position war das Team zuletzt vor dem GP von San Marino am 14. April 2002 gewesen. Mit nur acht Punkten Vorsprung bei noch drei ausstehenden Läufen sieht das Team einer spannenden Endphase der Saison entgegen. Obendrein sind gegenwärtig die ersten drei Piloten der Fahrerwertung nur durch jeweils einen Punkt voneinander getrennt.
Zur Vorbereitung auf das Rennen in Italien hat das Team vier Tage lang bis einschließlich 5. September auf dem Hochgeschwindigkeits-Parcours im Königlichen Park getestet. Dabei wurden vor allem Fortschritte in den Bereichen Reifen und Aerodynamik erzielt, außerdem wurde an der Abstimmung für das bevorstehende Rennen gearbeit.
Juan-Pablo Montoya, WM-Zweiter mit 1 Punkt Rückstand:
"Monza ist ein gutes Pflaster für mich. Ich bin dort zwei Mal von der Pole gestartet und habe dort mein erstes F1-Rennen gewonnen. Wir waren beim jüngsten Test recht stark, und das macht uns zuversichtlich für das Rennen, außerdem bin ich gern in Italien. 1990, als ich in der Junioren-Kart-WM fuhr, habe ich einige Zeit in Lonato bei Brescia verbracht."
"Ich habe mich mit der Sprache befasst und verstehe mittlerweile ganz gut Italienisch. Das Essen ist hervorragend, die Menschen sind freundlich und so leidenschaftlich begeistert für die Formel 1. Die Atmosphäre in Monza ist etwas ganz Besonderes. Natürlich sind viele Ferrari-Fans an der Strecke. Es wäre schon sehr schön, in der Heimat der Scuderia einen weiteren Sieg zu erzielen, allerdings scheint auch Ferrari gut gerüstet zu sein. Im Kampf um die Fahrer-Weltmeisterschaft konzentriere ich mich jetzt darauf, Punkte zu sammeln und vor meinen Hauptkonkurrenten Michael und Kimi ins Ziel zu kommen. Der GP Italien wird ein sehr, sehr interessantes Rennen."
Ralf Schumacher, WM-Vierter mit 14 Punkten Rückstand:
"Nach meinem Testunfall in Monza ist für mich natürlich das Wichtigste, dass ich wieder ganz gesund werde. Doch ich sehe keine Bedenken, warum mein Körper bis zum Rennen nicht wieder ganz fit sein sollte. Der Unfall belastet meine Vorfreude nicht, dafür mag ich das Rennen im Park von Monza zu sehr. Nicht nur, weil uns der BMW Motor einen Vorteil in den vielen und langen Vollgas-Abschnitten bringt, sondern auch, weil ich das Wechselspiel zwischen schnell und langsam nicht uninteressant finde. Du musst die Schikanen ganz exakt nehmen, um so viel Geschwindigkeit wie möglich auf Speed- Passagen mitzunehmen. Dabei solltest du aber die Randsteine am Ausgang der Schikanen ordentlich einbeziehen. In dem Moment, in dem dein Auto zu hüpfen beginnt, hast du schon verloren."
"Ich werde versuchen, meine Mini-Chance auf den Titel zu erhalten. Noch wichtiger ist aber, dass wir als Team auftreten und die Führung in der Konstrukteurs-WM verteidigen."
Dr. Mario Theissen, BMW-Motorsportdirektor:
"Monza ist der letzte echte Hochgeschwindigkeitskurs im Formel-1-Kalender. Als solcher ist er für uns als Motorenhersteller ein Saisonhöhepunkt. Allerdings auch eine gewaltige Herausforderung."
"Im Vorjahr ist Juan Pablo im Qualifying mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 259,827 km/h und einer Spitzendrehzahl von über 19.000 U/min eine Weltrekord-Runde gefahren. Unser BMW-P83 ist mit dem Streckenprofil von Monza bestens vertraut, da es als Referenz für die Dauererprobung auf den Prüfständen in München simuliert wird. Als Team haben wir vor Monza erstmals die Führung in der Konstrukteurs-WM übernommen, nach dem schwachen Saisonstart eine unglaubliche Entwicklung. Auch in der Fahrerwertung ist Juan Pablo ganz vorn dabei. Wir wollen unsere Position auf dem Powerkurs Monza festigen."
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+ 05.09.2003 FH

