Als vor wenigen Tagen, ganz plötzlich und unverhofft, der italienische Verleger Lago, bekannt für seine Flugsimulator Add-ons, die Veröffentlichung eines Formel-1-Simulators bekannt gab, ging ein positives Raunen durch die Rennspiele-Community und Erleichterung machte sich breit.
Nach den ersten bekannt gewordenen Details über das Spiel, verriet jetzt Entwickler Paolo Cattani in den englischsprachigen Medien weitere interessante Informationen.
So ist das von LAGO auf den Namen Grand Prix Simulator getaufte Spiel eine Weiterentwicklung des vor einigen Jahren für den Amiga erschienenen Titels Virtual Grand Prix und trägt intern den Namen Virtual Grand Prix 2. Entwickelt wird der Titel von AlasSoft, einem Unternehmen welches mit der Automobilindustrie zusammenarbeitet und für diese Algorithmen für die Simulation mechanischer Komponenten von Fahrzeugen entwickelt.
Cattani selbst sieht sich als "Gentleman-Fahrer" und konnte durch seine Arbeit für Automagazine schon als Testfahrer verschiedene Autos ausführlich probieren. Begeistert von der Idee und der Leistungsfähigkeit moderner Computer, entschied er sich einen Formel-1-Simulator zu entwickeln. Laut dem Italiener gibt es neben Grand Prix Legends und NASCAR Racing 2003 nur sehr wenige realistische Rennspielesimulationen. Mit seinem Titel will er das aber ändern.
Mit seinen persönlichen Erfahrungen als Testfahrer, der Unterstützung seiner Kollegen und eines professionellen Testfahrers, verfolgt Cattani das ehrgeizige Ziel eine Formel-1-Simulation zu erschaffen die einem am PC den Eindruck vermittelt wie sich das Fahren eines Formel-1-Boliden anfühlt.
Kein leichtes Unterfangen, doch wenn jemand enthusiastisch genug dazu ist dieses Projekt erfolgreich durchzuführen, dann wohl Cattani, der zwar durch AlasSoft im Bereich Grafik und Artwork unterstützt wird, dem aber die Rechte am Code, beginnend beim 3D-Modell über die AI bis hin zum Multiplayer-Modus, gehören.
Grand Prix Simulator oder auch Virtual Grand Prix 2 genannt, wird nicht ausschließlich für den PC entwickelt, sondern auch für den MAC. Ziel dieses Programms ist eine realistische Simulation der 600 Kilogramm schweren und über 850 PS starken Formel-1-Boliden, sagt Cattani, der seinen Formel-1-Simulator als von Fahrern für virtuelle Piloten entwickeltes Spiel ansieht das keinesfalls mit einem kommerziellen Arcade-ähnlichen Ableger wie es schon einige gegeben hat zu vergleichen ist.
Der Schwerpunkt dieser Formel-1-Simulation liegt aber eindeutig auf einer realistischen Fahrphysik, ein Anliegen das auch schon Geoff Crammond bei seiner Grand Prix-Serie immer am Herzen lag. Atemberaubende Grafiken und hundertprozentig akkurat den realen Vorbildern nachempfundene Strecken darf man also nicht erwarten, warnt Cattani schon vor. Allerdings dürfte das die wirklich Formel-1-begeisterten Spieler nicht weiter stören, denn um solche Details kümmerte sich die Rennspiele-Community in der Vergangenheit schon selbst und ein Streckeneditor liegt dem Grand Prix Simulator schließlich bei.
Ein weiterer Unterschied zu Grand Prix 3 und 4 ist auch der von Anfang an enthaltene Internetmodus. Dieser funktioniert bereits und erlaubt es bei einer 56k Internetverbindung per Modem 4 bis 5 Spielern zusammen zu fahren. Mit einem Breitbandinternetanschluss, zum Beispiel ADSL, hält Cattani bis zu 20 Spieler für möglich. Jedoch wurde das bislang noch nicht ausgetestet.
Abschließend verriet der Italiener noch, dass Lago und Milestone bis auf ihre Tätigkeit als Publisher eigentlich nichts mit dem Grand Prix Simulator, auch Virtual Grand Prix 2 genannt, zu tun haben, denn die Entwicklung wird alleine von Cattani und AlasSoft durchgeführt.
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+ 16.07.2003 MK

