IMGROLD230Nach dem turbulenten Rennen in Indianapolis, bei dem Juan-Pablo Montoya seine Chancen auf die Fahrer-Weltmeisterschaft verlor, hat sich die Mannschaft umso mehr eine bessere Vorstellung beim WM-Finale 2003 im japanischen Suzuka vorgenommen. Fest steht bereits: Dort endet am 12. Oktober die bisher erfolgreichste Saison des deutsch-englischen Teams seit Beginn der Partnerschaft im Jahr 2000.
Während Michael Schumacher und Kimi Räikkönen den Kampf um die Fahrer-Krone unter sich ausmachen werden, ist das BMW-Williams-F1-Team mit nur drei Punkten Rückstand auf Ferrari noch im Rennen um die Konstrukteursmeisterschaft. Entsprechend intensiv waren die Vorbereitungen auf den letzten Grand Prix der Saison 2003: In Jerez de la Frontera wurde mit drei Fahrern getestet, und am FW25 kommen erneut aerodynamische Verbesserungen zum Einsatz.
Juan Pablo Montoya - WM-Dritter:
"Es ist wirklich extrem schade, dass mein Kampf um die Fahrer-WM in Indianapolis beendet wurde, zumal auf solche Art und Weise. Natürlich hatte ich gehofft, in Suzuka noch Titelchancen zu haben, aber das ist nun eben mal nicht so. Jetzt konzentriere ich mich darauf, dort so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um mit dem Team noch die Konstrukteurs-WM zu gewinnen. Nach der Papierform ist Suzuka eine der schwierigsten Strecken für uns, aber ich mag den Kurs und zähle ihn zu meinen Lieblingsstrecken. Er ist schnell und ähnelt Spa, es gibt viele Richtungswechsel, und das kommt meinem Fahrstil entgegen. Vor zwei Jahren habe ich mich für den zweiten Platz qualifiziert und bin auch im Rennen Zweiter geworden, im vergangenen Jahr kam ich als Vierter ins Ziel. Diese Ergebnisse machen mich einigermaßen zuversichtlich. Ich weiß, dass der Kurs seit 2002 leicht verändert wurde – das betrifft die 130R-Kurve und die Schikane. Das muss ich mir erstmal genau ansehen."
"Die leidenschaftliche Begeisterung der japanischen Fans ist beeindruckend. Sie warten Stunden lang vor dem Streckeneingang, und wenn man dann ankommt, herrscht großes Jubeln und Winken. Ich will in Suzuka etwas von der jüngsten Enttäuschung wieder wettmachen."
Ralf Schumacher - WM-Vierter:
"Nach dem verpatzten Rennen in Indianapolis kann es für unser Team jetzt nur heißen: Angriff im Finale! Für Juan Pablo ist es natürlich schade, dass er nicht mehr in den Kampf um die Fahrer-WM eingreifen kann, aber wir haben noch das Ziel, die Konstrukteurs-WM zu gewinnen. Die drei Punkte auf Ferrari sind aufzuholen, da bin ich mir ganz sicher und auch die Tests letzte Woche in Jerez machen mich optimistisch, dass wir unser großes Ziel erreichen können."
"Obwohl ich im Formel-1-Kalender keine unbedingte Lieblingsstrecke habe, so muss ich doch sagen, dass Suzuka zu meinen Favoriten gehört. Die S-Kurven hinter den Boxen und die ultraschnelle 130R sind so ziemlich das Anspruchvollste, was die Formel 1 zu bieten hat. Außerdem fühle ich mich in Japan prinzipiell ganz wohl, schließlich habe ich dort ein Jahr lang mit der Formel Nippon verbracht. Für uns geht es um die Konstrukteurs-WM, für meinen Bruder und Kimi Raikkönen geht es um die Fahrer-WM - da bin ich mir sicher, dass bei diesem Finale das frühe Aufstehen für jeden Formel-1-Fan eine leichte Übung wird."
Sam Michael - WilliamsF1, Chefingenieur:
"Suzuka ist der aufregendste Kurs im gesamten F1-Kalender. Die Runde beginnt mit einer Reihe schneller Kurven, es folgen die Haarnadel, die berühmte Hochgeschwindigkeitskurve 130R und die Schikane. Diese Kombination stellt fahrerisch höchste Ansprüche. Um in Suzuka schnell zu sein, muss ein Pilot den richtigen Rhythmus finden. Um Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten zu gewährleisten, braucht man höheren Anpressdruck und eine steifere Fahrwerksabstimmung als üblich. Vor der Haarnadel und der Schikane sind die Bremsen ein entscheidender Faktor, wenngleich die Schikane nach den Streckenmodifikationen jetzt deutlich schneller zu durchfahren ist. Wir haben beim Test in Spanien intensiv mit Michelin gearbeitet und werden in Suzuka neues Material zur Verfügung haben. Um den Luftwiderstand der steilen Flügeleinstellungen kompensieren zu können, ist Motorleistung enorm wichtig. Überholen ist keine leichte Aufgabe. Eine Möglichkeit besteht vor der Schikane und jetzt vielleicht eine weitere am Eingang der ersten Kurve. Die Faktoren Gewichtsnachteil durch einen vollen Tank und Reifenverschleiß machen die Strategie interessant."
-
+ 03.10.2003 FH
News zum Thema
- Frank Williams lobt Montoya (24.09.03)

