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Michael Schumacher holt sich die Pole-Position

Der Wunschtraum aller Ferrari-Fans ist wahr geworden, Michael Schumacher hat sich die Pole-Position in Monza gesichert.

IMGROLD207Die Karten für den Großen Preis von Italien sind verteilt und ein Mitspieler hat den schwarzen Peter erwischt. Ralf Schumacher musste sich nach dem gestrigen Qualifying eingestehen, dass er nach seinem Unfall bei den Testfahrten noch nicht fit genug ist, um am Grand Prix teilzunehmen. Schweren Herzens reiste Ralf aus Italien ab, er ist bereits wieder zuhause in Salzburg.

Die Pole-Position holte sich der regierende Weltmeister Michael Schumacher, der für die 5,793 Kilometer lange Runde nur 1:20,963 Minuten benötigte. Schumi gelang auch die höchste Geschwindigkeit des Tages, er beschleunigte seinen Boliden auf unfassbare 362,5 km/h, bevor er die erste Kurve anbremste. Teamkollege Rubens Barrichello hatte das Nachsehen, denn er wird morgen nur von Startplatz drei aus ins Rennen gehen. Der Rückstand des Brasilianers auf seinen Teamkapitän beträgt 0,279 Sekunden.

Nur 0,051 Sekunden beträgt der Rückstand für Juan-Pablo Montoya, der morgen Platz zwei am Start einnehmen wird, der Kolumbianer sah bei den Zwischenzeiten noch wie der etwas schnellere Pilot aus, aber im letzten Sektor handelte er sich dann doch noch den knappen, aber morgen vielleicht sogar entscheidenden Rückstand ein. Sein Teamkollege Marc Gene, der wie bereits erwähnt, den doch noch nicht vollfitten Ralf Schumacher ersetzen wird, schaffte in seinem ersten Qualifying seit fast drei Jahren (Malaysia im Oktober 2000) mit Rang fünf seinen bislang besten Startplatz. Seine Zeit kann sich mit 1:21,834 Minuten durchaus sehen lassen, dennoch war der erstaunlich gut Deutsch sprechende Spanier nicht vollständig zufrieden.

Die Piloten von McLaren-Mercedes mussten es heute wieder zur Kenntnis nehmen, dass man zurzeit nur noch die dritte Kraft in der Formel 1 darstellt, denn Kimi Raikkönen steht morgen auf dem vierten Startplatz, sein Teamkollege David Coulthard nur auf dem achten Rang. Während Kimi morgen also noch Aussenseiterschancen haben dürfte, wird DC wohl nicht einmal um einen Podestplatz mitkämpfen können, Schuld daran dürfte Sektor zwei sein, wo Coulthard nur die 13. Teilzeit erreichte. Nach dem Qualifying zeigte sich Raikkönen übrigens durchaus mit seiner Runde zufrieden, und meinte, dass morgen "aus der zweiten Reihe alles möglich" wäre.

Wie erwartet ist der Renault-Motor zwar extrem drehfreudig, aber in den obersten Drehzahlbereichen zu schwach, daher findet sich der bessere der beiden blau-gelben Boliden nur auf dem sechsten Rang. Jarno Trulli musste einen Rückstand von 0,981 Sekunden auf den Ferrari von Schumacher zur Kenntnis nehmen, dennoch hat er morgen die deutlich bessere Ausgangsposition wie sein Kollege Alonso. Dieser – seines Zeichens bekanntlich Ungarn-Sieger – dürfte sich Kurve eins einen Fahrfehler geleistete haben und dreht sich bei der Ausfahrt aus selbiger. Damit war natürlich das Qualifying des jungen Spaniers bereits nach 300 Metern so gut wie beendet, denn Alonso fuhr die Runde zwar fertig, mit einer Zeit von 1:40,405 Minuten und fast 20 Sekunden Rückstand steht er morgen auf dem allerletzten Startplatz.

Bei B.A.R.-Honda hat Jenson Button wieder einmal über Jacques Villeneuve obsiegt und schön langsam fragt man sich, ob der Weltmeister von 1997 noch wirklich so viel Spaß am Fahren hat, wie er immer behauptet. Button stellte seinen Boliden auf Platz sieben, während Villeneuve morgen nur vom 10. Platz aus ins Rennen gehen wird. Sein Rückstand auf die Pole-Position über 1,7, sein Rückstand auf Button über 0,4 Sekunden.

Eine Zeit von 1:22,488 Sekunden benötigte Olivier Panis heute für seine Qualifying-Runde, er wird morgen daher vom guten neunten Rang aus starten, während sein Teamkollege – der bis zur zweiten Zwischenzeit deutlich vor Panis lang – im letzten Sektor dramatisch Zeit verlor. Cristiano da Matta, der gestern noch den fantastischen vierten Platz schaffte, hat auf Panis rund 0,4 Sekunden verloren, er wird morgen vom 12. Platz aus ins Rennen gehen. Panis darf sich heute übrigens den wenig begehrten Titel "Pechvogel des Tages" mitnehmen, denn ihm fehlten nur 0,017 Sekunden auf David Coulthard.

Deutlich schwächer als zuletzt schnitten haute die Raubkatzen ab, was aber angesichts des Strecken-Layouts keine wirkliche Überraschung ist. Der heute mit einem enormen PS-Handcap kämpfende Mark Webber konnte wenigstens noch Startplatz 11 holen, doch der für Pizzonia geholte Justin Wilson dürfte mit seiner Zeit von 1:23,484 Minuten für eine zumindest kleine Enttäuschung im Team gesorgt haben. Langsam dürfte man sich bei den Grünen die Frage stellen, ob es wirklich so klug war, den Briten für teures Geld aus dem Minardi-Vertrag rauszukaufen, nur u, Pizzonia loszuwerden.

Startplatz 13 wird morgen der offensichtlich lustlose Giancarlo Fisichella einnehmen, bei dem man immer mehr den Eindruck gewinnt, dass er über jeden Tag, den er bei Jordan-Cosworth hinter sich gebracht hat, froh ist. Langsam stellt sich die Frage, ob man Jordan-Cosworth nicht im letzten Rennen mit den Piloten Baumgartner und Firman antreten sollte. Womit wir bei Zsolt Baumgartner wären, der heute mit einer übervorsichtigen Runde einen besseren Startplatz als den 18. vereitelte. Der extrem sympathische Ungar erreichte nur eine Zeit von 1,25,881, was einen Rückstand von fast fünf Sekunden auf die schnellste Zeit des heutigen Qualifyings. Bezeichnend die Stellungnahme des technischen Leiters von Jordan, Gary Anderson: "Sehen wir mal, was morgen passiert."

So viel hatten sich die Mannen um Peter Sauber von der neuen Ausbaustufe des Petronas-Motors versprochen und so wenig konnten sie davon profitieren. Heinz-Harald Frentzen, der für die nächste Saison immer deutlicher mit Jaguar-Cosworth in Verbindung gebracht wird auf Platz 14 und Nick Heidfeld auf dem ziemlich schlechten 16. Startplatz können mit dem heutigen Tag einfach nicht zufrieden sein. Dazu klagten beide Piloten nach dem Qualifying über Bremsprobleme, was speziell auf einem Hochgeschwindigkeitskurs wie Monza nicht gerade vertrauensbildend sein dürfte.

Welches Team finden wir am Ende unserer Berichterstattung? Richtig, die Truppe von Paul Stoddart, nämlich Minardi-Cosworth. Dennoch dürfte man nicht unzufrieden sein, denn Jos Verstappen konnte neben seinem Teamkollegen Kiese auch den Ungarn Baumgartner besiegen und dank des Drehers von Alonso wird Jos, the boss morgen Startplatz 17 einnehmen. Aber auch Nicolas Kiesa wird morgen erstmals in seiner noch jungen Formel-1-Karriere am Start ein Auto hinter sich erblicken, es handelt sich um den bereits erwähnten Alonso.





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