IMGROLD250In der Saison 1997 sprach alles dafür, dass Jacques Villeneuve Weltmeister werden konnte. Damon Hill, aktueller Weltmeister, wechselte zum Arrows-Team und machte bei Williams für den Deutschen Heinz-Harald Frentzen Platz. Er und Michael Schumacher sollten in dieser Saison die grössten Rivalen von Villeneuve sein.
Die zweite Saison begann gleich wie die vor einem Jahr, mit einer Pole Position vom Kanadier, welche er erneut nicht in einen Sieg umsetzen konnte. Doch dieses Mal war es noch schlimmer, Villeneuve schied aus und musste den Sieg David Coulthard überlassen. Doch in den nächsten beiden Rennen zeigte er sein Talent wieder und fuhr sich zweimal den Rennsieg ein, ehe er im vierten Saisonrennen erneut von der Pole Position ausschied. Bis zum Ende der Saison folgten weitere fünf Siege und sechs Pole Positions. Beim letzten Saisonrennen führte Michael Schumacher die Gesamtwertung knapp vor Villeneuve an. Alle Formel-1-Fans, die 1997 die Saison verfolgt haben, erinnern sich noch an Jerez 97. Michael Schumacher führte das letzte Saisonrennen an, doch Jacques Villeneuve kam dem Deutschen immer näher. Er wollte sich die zweite Chance auf den WM-Titel nicht einfach so entgehen lassen. So kam es dann natürlich, wie es kommen musste: Jacques Villeneuve setzte vor einer Rechtskurve innen zum Überholmanöver an, doch Schumi sah oder wollte Villeneuve nicht sehen und rammte ihn. Villeneuve hatte Glück, denn er blieb im Rennen, während Michael Schumacher als Führender ins Kies flog und seinen Wagen stehen lassen musste. Die Saison war für ihn vorbei. Jacques Villeneuve fuhr das Rennen souverän nach Hause, zwar nicht als Sieger, denn er liess in den letzten Runden noch die beiden McLaren-Fahrer Häkkinen und Coulthard passieren und sicherte sich als Dritter im letzten Rennen seinen ersten WM-Titel.
Nach einer sehr erfolgreichen Saison für das Williams-Team (Frentzen wurde WM-Zweiter, nachdem Schumacher alle Punkte entzogen wurden) ruhten sich die Mitarbeiter zu sehr auf ihren Lorbeeren aus. Die Strafe dafür folgte sogleich. Die Siege von einem Williams-Fahrer gehörten ab sofort der Vergangenheit an, weder Villeneuve noch Frentzen gelang es in der Saison 1998, einmal einen Sieg herauszufahren. Zum Schluss konnte Villeneuve gerade mal 21 Punkte einfahren und stand dabei nur drei Mal auf dem Podest. Es war der erste Rückschritt in der noch jungen Formel-1-Karriere von Jacques Villeneuve.
Jacques Villeneuve trennte sich nach dieser misslungenen Saison vom Williams-Team und wechselte zum neu gegründeten BAR-Team. Dieses wollte er so schnell wie möglich an die Spitze führen und um Siege und WM-Titel fahren. Doch alles kam ganz anders. Mit seinem Teamkollegen Ricardo Zonta holte der Kanadier insgesamt 0 Punkte für das Team. Es gab sogar noch eine schlimmere Bilanz: Nach elf Rennen hatte Villeneuve die Zielflagge noch nicht ein einziges Mal gesehen. Immer wieder stoppte ihn ein Defekt oder eine Kollision. Villeneuve wäre aber nicht Villeneuve, wenn er sich da aufgegeben hätte. Stattdessen setzte er es sich in den Kopf, weiter hart zu kämpfen und das Team mindestens in der nächsten Saison stark zu verbessern.
Ob ihm dies gelang, können Sie morgen im 3. Teil unserer Ausgabe lesen.
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+ 15.10.2003 Patrick Brülhart
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