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Die Sieger des Tages

Blicken wir in das Geschichtsbuch der Formel 1, wer hat am heutigen Tag einen Grand Prix gewonnen?

IMGROLD209Auch wenn wir uns zurzeit leider in der zweiten langen Pause während der Formel-1-Saison befinden, gab es am heutigen 7. September durchaus Formel-1-Sieger, die wir kurz Revue passieren lassen.

1952, Monza: Wenn wir in einer Woche ein Ergebnis wie vor mittlerweile 51 Jahren erleben würden, dann würden die Ferraristi rund um den Globus wohl Freudenfeuer entzünden und Partys feiern, bei den der Rotwein wohl in Strömen fließen würde. Denn nicht nur fuhr der Sieger Alberto Ascari einen Ferrari – einen Ferrari 500, um genau zu sein – auch die Plätze drei (Villoresi), vier (Farina), sechs (Simon), sieben (Taruffi) wurden von der Scurderia mit Beschlag belegt. Sollten Sie jetzt einwenden, dass die Herren Schumacher und Barrichello es heuer wohl kaum schaffen werden, fünf der ersten sieben Plätze zu holen, müssen wir Ihnen allerdings recht geben.

Ascari, der in Monza im Mai 1955 tödlich verunglücken sollte, wurde 1952 (und ´53) außerdem noch Weltmeister mit Ferrari.

1958, Monza: In jenem Jahr waren die Ferraris gut, aber nicht spitze. Das Rennen wurde diesmal von englischsprechenden Piloten beherrscht, die – an der Spitze Tony Brooks auf Vanwall – immerhin ersten sieben Plätze einnehmen konnten. Kurios vielleicht der Umstand, dass sich hinter den acht Herren aus den USA und Großbritannien auf den Plätzen eins bis sieben niemand findet, der das Rennen ausfahren konnte, denn alle anderen Teilnehmer waren schlicht und ergreifend ausgeschieden.

Den vierten Platz teilten sich übrigens Masten Gregory und Carroll Shelby, die sich im Maserati 250F mit der Startnummer 32 abgewechselt hatten.

1969, Monza: Ein Minifeld von nur 16 Autos macht sich auf den Weg, um den Fast-schon-Weltmeister Jackie Stewart zu stoppen, doch der Schotte setzt sich in einem der knappste Rennen aller Zeiten wieder einmal durch. Als er nach rund 1 Stunde 39 Minuten als Erster die Ziellinie überquert, folgt ihm der Österreicher Jochen Rindt mit nur 0,08 Sekunden Rückstand, Dritter Beltoise mit 0,017 Sekunden Rückstand und Vierter Bruce McLaren mit nur 0,019 Sekunden Rückstand auf den Schotten. Trotz der knappen Rückstände hatten übrigens weder Beltoise noch McLaren eine Führungsrunde aufzuweisen.

Am Ende des Tages stand Jackie Stewart als neuer Formel-1-Weltmeister fest, fast genau auf den Tag ein Jahr später sollte Jochen Rindt hier in Monza tödlich verunglücken.

1975, Monza: Wieder einmal ein Ferrari-Sieg, von dem wir Ihnen erzählen dürfen. Aber noch viel wichtiger, ein Ferrari-Pilot hat den ersten Matchball im Kampf um den Weltmeister-Titel. Niki Lauda führt gegen Carlos Reutemann mit 51,5 : 34 Punkten, bei noch zwei ausstehenden Rennen. Bei damals noch 9 Punkten für einen Sieg und einem Punkt für Platz sechs, kann man sich ganz einfach ausrechnen, dass Lauda bei zwei Siegen von Reutemann genau noch einen sechsten Platz benötigt, um den Titel endgültig zu fixieren. Machen wir es kurz, die Scuderia holte wie auch heute noch üblich, für Monza alles aus der Schatzkiste was möglich war und feierte einen Sieg durch Clay Regazzoni und einen dritten Platz für Niki Lauda.

Niki Lauda schaffte seinen ersten Weltmeistertitel.

1986, Monza: Die Weltmeisterschaft wird von der gnadenlosen Rivalität zwischen den Williams-Honda-Piloten Nigel Mansell und Nelson Piquet beherrscht. Die Stallkrieg geht soweit, dass Piquet (sein Funkgerät ist auf derselben Frequenz wie jenes von Mansell) bei ein oder zwei Rennen in die Box fährt, wenn er hört, dass Mansell reinkommen soll. Fazit: Der Brite kocht vor Zorn, da er endlose Sekunden hinter seinem Teamkollegen warten muss, bis dieser abgefertigt ist. In Italien ist es wieder einmal Piquet, der das bessere Ende für sich hat, er kann Mansell um rund 10 Sekunden distanzieren und in der WM auf 56:61 Punkte gegenüber Mansell verkürzen.

Am Ende des Jahres hatten es die beiden Streithähne geschafft, mit ihren ewigen Aktionen gegen den anderen feierte der in Monza disqualifizierte McLaren-Pilot Alain Prost seinen zweiten Weltmeistertitel.

1997, Monza: Es war klar, der Kampf um den Weltmeistertitel würde zwischen Jacques Villeneuve und Michael Schumacher entschieden werden. Doch weder der Kanadier (fünfter Rang) noch der Deutsche (sechster Rang) sollten die Geschichte dieses Rennens schreiben. Der Schotte David Coulthard (Foto) war heute vor sechs Jahren zwar nicht unbedingt der schnellste Pilot auf der Strecke, profitierte aber unter anderem vom Pech einiger anderer Piloten. Der Sieger sollte eigentlich Jean Alesi heißen, doch musste er vier Runden vor Coulthard an die Benetton-Box und diese Runden nützte der Schotte, um seinen McLaren-Mercedes bis aufs Letzte auszuquetschen und kam tatsächlich haarscharf vor Alesi wieder auf die Strecke. Nach 53 Runden gewann der Schotte ganze 1,9 Sekunden vor dem Franzosen.

Von den 22 damals gestarteten Piloten sind heute übrigens nur mehr 9 dabei, bei den Teams haben sich in der Zwischenzeit leider Prost und Arrows unfreiwillig verabschiedet.

Wenn man aus den vergangenen Rennen eine Vorhersage stricken will, dann lautet sie wie folgt: Von den sechs Rennen, die wir jetzt im Rückspiegel betrachtet haben, haben zwei davon Ferrari-Piloten gewonnen, jeweils eines gewann Williams bzw. McLaren.

Aus der Geschichte des 7. September in Monza lernen wir daher folgendes: Alles ist möglich, nix ist fix.





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